Priener Hütte mit Freunden
Tourdatum: 28. bis 30.09.2018
Mit dabei: Emma, Johannes, Tobias, Brigitte, Heike, Anita, Marion, Lobbe, Woife, Martin und ich
Gebiet: Chiemgauer Alpen
Unterkunft: Priener Hütte (DAV auf 1410 m)
Wetter: Sonne 10 - 20 Grad
Erreichte Gipfel: Geigelstein 1808 m, Breitenstein 1622 m, Harauer Spitze 1117 m, Karkopf 1510 m

Wanderung zur Priener Hütte:

Es musste wieder eine Hütte her dachten wir uns schon vor einigen Monaten. Ein Termin war auch schnell gefunden. Ich recherchierte nach kinderfreundlichen Hütten in erreichbarer Nähe. Die Wahl fiel auf die Priener Hütte. Die Priener Hütte ist eine Alpenvereinshütte der Sektion Prien des Deutschen Alpenvereins in 1410 m Höhe auf der Westseite des Geigelsteins oberhalb der Niederkaseralm. Sie befindet sich in den Chiemgauer Alpen auf dem Gemeindegebiet von Aschau im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. Jetzt musste nur noch das Wetter passen und wie das passte :-) Am Freitagnachmittag fuhren Emma, Brigitte und ich zum Walchsee und weiter nach Rettenschöss. Ab dem Gasthaus „Schöne Aussicht“ beginnt eine schmale Mautstraße bis zur Wandberghütte 1340 m. Nach einer abenteuerlichen Fahrt erreichten wir den kleinen Parkplatz kurz vor der Hütte. Hier trafen wir Martin, Anita, den kleinen Johannes und Tante Ivi ihren Hund. Nach einer Begrüßungshalbe marschierten wir bei Sonnenschein schon mal los in Richtung Priener Hütte. Woife, Heike, Tobias, Lobbe und Marion kamen dann nach, da leider viele Freitagsstaus die Anreise verzögerten. Nach ca. 1 Stunde gemütlicher Wanderung erreichten wir die traumhaft gelegene Priener Hütte. Wir bezogen unser Zimmerlager im ersten Stock. Gerade rechtzeitig um noch ein Abendessen in der schönen Gaststube zu bekommen. Den Abend ließen wir bei Bier und Hüttenschnapserl ausklingen, bevor es in die Betten ging.

Route zur Priener Hütte:

Morgentraillauf mit Woife:

Am darauffolgenden Morgen freuten sich die Kinder schon, die Hütteneigene Spielecke genaustens unter die Lupe zu nehmen. Draußen war es neblig, aber immer wieder blitzt der blaue Himmel durch. Das Frühstück wie eigentlich alles, lief etwas chaotisch auf der Hütte ab. Da es nur einen Timeslot von 8 bis 9 Uhr für das Frühstück gab und die Hütte ausgebucht war, ging immer wieder Brot, Wurst und Käse aus und auch die Warteschlange zum Buffet war riesig. Das gleiche erlebten wir dann am Sonntag beim Bezahlen, wo die Hüttenwirte auch keinen Plan hatten. Aber egal, wir ließen uns durch das Chaos den Tag nicht vermiesen :-) Wolfi und ich starteten nach dem Frühstück zu einer Traillaufeinheit. Wir joggten zuerst in Richtung Walchsee bis Ottenalm, von dort einige Meter bis Kössen und bogen dann in einen Steig, der uns fast 1000 Höhenmeter bis zum Karkopf 1507 m und kurz dahinter auf den Breitenstein 1661 m brachte. Der Nebel verzog sich und die Sonne und blauer Himmel kam zum Vorschein und gab den Blick auf den Geigelstein, den zweithöchsten Chiemgauer frei. Von hier liefen wir einen pfiffigen Steig zurück bis zur Priener Hütte, wo uns die Anderen auf der Sonnenterrasse schon erwarteten. Insgesamt waren wir 14 km, 1000 Hm in 2h 10 Minuten unterwegs. Wir zogen uns um, genehmigten uns eine Radler und damit uns nicht langweilig wurde, musste auch gleich die nächste Tour her :-)

Route Traillauf zum Breitenstein:

Besteigung Geigelstein 1808 m:

Da das Wetter nicht schöner sein konnte, wollten wir alle zusammen mit unseren Kindern den Geigelstein, den zweithöchsten Chiemgauer, mit seinen 1808 m besteigen. Insgesamt waren knapp 500 Höhenmeter zu bewältigen. Unsere vierjährige Emma und der gleichaltrige Johannes waren voller Tatendrang und stiefelten in Richtung Gipfel los. Für den direkten Anstieg zum Geigelstein wählen wir den linken Weg (Wegweiser "Geigelstein, Rossalm") und folgten dem Forstweg weiter zur Oberkaseralm. Auf der Höhe der Oberkaseralm beginnt linker Hand der Steig zum Geigelstein-Gipfel. Über einen kleinen Pfad wanderten wir linkshaltend in einen grasigen Kessel hinein und querten in einem langgezogenen Rechtsbogen zum Sattel zwischen Rossalpenkopf und Geigelstein hinauf. Um Emma bei Laune zu halten ließ ich mir spannende Abenteuergeschichten einfallen und Brigitte, die einige Meter vor uns wanderte, ließ zur Motivation für Papa und Emma immer wieder Gummibärchen auf den kleinen Felsen liegen :-) Kurz unterhalb des Sattels trafen wir auf den alten Anstiegsweg, der früher von der Priener Hütte heraufgeführt hat. Dieser darf wegen Erosionsschäden nicht mehr begangen werden! Hier wendet sich unser Weg nochmal nach links und leitete uns schließlich zum Sattel hinauf. Am Sattel wendeten wir uns nach rechts und spazierten auf den Gipfelaufbau des Geigelsteins zu. Einige Latschen passierten wir an deren linker Seite und querten im Anschluss vom Kammverlauf rechtshaltend in die Gipfelflanke hinein. Durch eine Latschengasse stiegen wir über einen steinigen Pfad schließlich zum Geigelstein-Gipfel mit seinem großen Kreuz und seiner Miniaturkapelle hinauf. Emma war begeistert von der Kraxlerei. Stolz wie Oskar erreichten wir beide den Gipfel, wo die anderen schon auf uns warteten. Emma hatte es geschafft und war die 500 Höhenmeter in knapp 2 Stunden komplett alleine gewandert. Kleine Heldin ganz groß :-) Auch der kleine Johannes konnte einen weiteren Gipfel in seinem Gipfelbuch verbuchen und freute sich riesig über den Gipfelsieg. Alle Wolken verzogen sich und wir hatten eine traumhafte Aussicht auf die umliegenden Chiemgauer, wie Kampenwand, Hochplatte, Hochgern, Hochfelln, Spitzstein und südlich auf den Wilden und Zahmen Kaiser. Wir genossen den Blick bei einer kleinen Brotzeit und machten natürlich viele Fotos.

Route Geigelstein:

Zurück in der Hütte:

Auf dem Aufstiegsweg wanderten wir zurück zur Priener Hütte, wo die Kinder den kleinen Spielplatz unsicher machten und wir die letzten Sonnenstrahlen bei einer Radler genossen. Den Abend verbrachten wir in einer kleiner Nebenstube, da die Hütte gerammelt voll war und unsere Gruppe ausquartiert wurde. Trotzdem machten wir es uns gemütlich und hatten einen gemeinsamen sehr lustigen Abend.

Wanderung zur Ottenalm:

Am Sonntag begrüßte uns schon nach dem Aufstehen die Sonne. Nach einem weiteren Chaosfrühstück und ebenfalls chaotischen Bezahlen wanderten die Mädels mit den Kindern direkt in Richtung Ottenalm. Wir Jungs marschierten zu den Autos bei der Wandberghütte. Wir fuhren dann die Mautstraße nach unten, wo uns zwei SUV`s an einer ungünstigen Stelle entgegenkamen. Nach langem rangieren kamen wir dann endlich aneinander vorbei. Wir fuhren bis zum Walchsee und von dort nach oben bis zur Ortschaft „Winkl“ :-) Hier parkten wir unsere Autos beim Wanderparkplatz gegenüber dem Fußballplatz. Etwas schneller wanderten wir mit unseren Rucksäcken die mit Klettersteigequipment gefüllt waren in Richtung Ottenalm. Unsere Mädels mit den Kindern waren mittlerweile von der Priener Hütte auf den Wanderweg der Ottenalm getroffen und wir konnten sie einholen. Zusammen gingen wir die letzten Meter zur Ottenalm, die auf 965 m liegt.

Route Wanderung zur Ottenalm:

Ottenalm Klettersteige:

Die Klettersteiggruppe machte sich bereit um den leichteren Bergkameradensteig (Schwierigkeitsgrad C-D) zu meistern. Martin durfte zum ersten Mal in den Genuss eines Klettersteiges kommen. Brigitte führte die kleine Gruppe mit Lobbe, Marion, Woife, Tobias und Martin zum Einstieg und durch den Steig. Alle hatten viel Spaß, weil der Steig zwei Seilbrücken, ein paar Überhänge, viele spannende Stellen und eine herrliche Aussicht bot. Anita, Heike und ich blieben währenddessen bei den Zwergen, die den Hüttenspielplatz unsicher machten :-) Nachdem alle wieder wohlbehalten bei der Hütte waren, startete ich zur Ballereinheit. Ich lief zum Einstieg des schwierigen Ottenalm Direttissima Klettersteigs (Schwierigkeit D/E) und ballerte durch den Steig. Kurz wurde ich von einem Mädel aufgehalten, da ich ihre Karabiner umhängen musste, weil die sie keine Kraft mehr hatte. Nach 18 Minuten stand ich dann auf dem Gipfel der Harauer Spitze mit ihren 1117 m. Damit es nicht langweilig wurde, lief ich dann Vollgas am Aufstiegsweg nach unten und war nach weiteren 6 Minuten wieder an der Hütte :-) Solche kurzen Ballereinheiten wo ich an meine Grenzen komme, machen einfach Spaß. Nach einer kleinen Stärkung wanderten wir zum Parkplatz zurück und verabschiedeten uns von den Anderen und fuhren gen Heimat.

Speedbegehung Ottenalm Direttissima:

Fazit:

Entspanntes Wochenende auf der Priener Hütte mit Freunden und bei Traumbergwetter. Alles war dabei - Besteigung des Geigelsteins, den zweithöchsten Chiemgauer mit seinen 1808 m, ein kleiner Morgentrailrun mit Woife, Klettersteige bei der Ottenalm und viel Hüttengaudi :-) Ganz klar machen wir dies im nächsten Jahr wieder, nur in einer anderen, nicht so planlosen Hütte :-)

Anfahrt:

Über die Inntalautobahn bis zur Ausfahrt Oberaudorf. Dann rechts auf der St172 nach Niederndorf und weiter Richtung Walchsee. Etwa 1,2 km nach Sebi zweigt man links nach Rettenschöss ab. Hier folgt man der Beschilderung nach Feistenau. Hinter dem Gasthaus „Schöne Aussicht“ beginnt die schmale Mautstraße zur Wandberghütte (5 Euro in Münzen für automatische Schranke bereithalten – Stand 2009). Auf der Schotterstraße ca. 5 km empor bis zur Wandberghütte.

Gipfelsieg Geigelstein 1808 m:

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