Tour: Parkplatz Praxmar - Praxmarer Kühgrübl - Grieskogelgipfel - Parkplatz

Mit dem Alpenverein Straubing starteten wir in Praxmar um den etwas unbekannteren, aber traumhaften Praxmarer Grieskogel zu erklimmen. Wir stiegen durch einen lichten Zirbenwald und ein Stück über die Rodelbahn bis zum großen Almkreuz auf. Von dort ging es bis zum Kessel "Praxmarer Kühgrübl". Zuerst hatten wir traumhaften Sonnenschein, aber am steilen Südhang zum Gipfel wurde die Sicht erheblich schlechter. Mit anstrengenden Spitzkehren kämpften wir uns bis zum Vorgipfel, wo wir ein Skidepot errichteten, um dann die letzten Meter leicht ausgesetzt zum höchsten Punkt zu klettern. Es gibt leider kein Gipfelkreuz, aber dafür ist die Aussicht auf die umliegenden, schneebedeckten Stubaier Gipfel atemberaubend...

Gipfel: Grieskogel 2710 m

Ausgangspunkt: Skitouren- und Wanderparkplatz in Praxmar

Einkehrmöglichkeit: Alpengasthof Praxmar

Gebiet: Sellrain - Stubaier Alpen / Tour: Skitour

Höhenmeter: 1032 Hm / Kilometer: 12,4 km

Aufstieg: 3h Abstieg: 1h Tourdauer: 4h

Schwierigkeit: mittelschwer

Ausrüstung: Skitourenausrüstung, Lawinenausrüstung, Harscheisen, Getränke, Brotzeit

Buchtipp: 50 Skitouren in den österreichischen Alpen

Unterkunft-Tipp: Alpengasthof Praxmar und Hotel Bon Alpina in Igls

Montag, 25. März 2023 von Winklmeier Markus

1. Informationen - Skitour zum Grieskogel

Die Tour zum Grieskogel 2710 m startet wie auch zum Zischgeles 3004 m ab Praxmar. Zuerst geht man an der LVS-Teststation vorbei, um die Geräte auf die richtige Funktion zu überprüfen. Nach ein paar weiteren Metern zweigt man nach rechts oberhalb des Alpengasthofes Praxmar ab. Durch einen lichten Zirbenwald steigt man nach oben. Immer wieder überquert man eine Rodelbahn. Hier ist Vorsicht geboten, da immer wieder die Rodelschlitten vorbei sausen und auch die Tourengeher teilweise abfahren.

Über einen flachen Weg geht es zur Koglalm. Ein Schild mit der Aufschrift "Grieskogel" zeigt die Richtung.

Auf ca. 2100 Meter befindet sich die Koglalm und in der Nähe ein hölzernes Gipfelkreuz auf einem Hügel. Von dort hat man eine herrliche Aussicht. Am Kreuz geht man links vorbei und schwenkt in Richtung Norden. Weiter geht es an einem breiten Hang entlang, etwas steiler werdend. Man gelangt über eine Rampe in den Kessel "Praxmarer Kühgrübl"

Zuerst geht es flach nach rechts bis an das Ende des Kessels. Bei unserem Aufstieg hatten wir an diesem Punkt sehr schlechte Sicht und wir taten uns schwer mit der Orientierung. Hier sieht man dann den steilen Südhang vor sich.

In unzähligen Spitzkehren geht es dann den Südhang nach oben. Hier sind die Lawinenverhältnisse zu beachten. Bei unsicheren Verhältnissen kann man nach rechts ausweichen und über den Grat aufsteigen.

Über eine breite Rampe gelangt man dann zum Vorgipfel. Der Grat wird schmäler und man richtet ein Skidepot ein. Die letzten Meter geht es über paar Felsen auf den eigentlichen Gipfel des Grieskogels 2710 m hinauf. Es gibt kein Gipfelkreuz, aber dafür hat man eine traumhafte Aussicht auf die umliegenden, schneebedeckten Gipfel. Pünktlich am Gipfel, gaben die Wolken den Zischgeles und Lampsenspitze frei.

Abfahrt: In der Regel wird über den sehr steilen Gipfelhang (35-40 Grad) abgefahren. Später wird es flacher bis zu einer Geländekante. Hier befindet sich eine Hinweistafel mit der Aufschrift "Skiroute", die nach rechts weist.

Hinter der Ostrippe quert man südwärts bis zu einem steilen Graben, dem man nach unten bis zur Rodelbahn folgt. Über die Rodelbahn fährt man zurück zum Ausgangspunkt.

Wir entschieden uns größtenteils über den Aufstiegsweg abzufahren, was ebenfalls sehr gut funktionierte. Zum Schluss fuhren wir über die Rodelbahn bis zum Ausgangspunkt zurück.

2. Charakter und Anfahrt

Mittelschwere Skitour mit einem steilen Gipfelhang. Es sind 1000 Höhenmeter zu überwinden. Vom Gipfel hat man eine traumhafte Aussicht, wie Zischgeles und Lampsenspitze.

Harscheisen sollten zur Standardausrüstung gehören.

Lawinengefahr: mittel bis hoch, der steile Südhang beim Aufstieg ist sehr gefährdet und der Gipfelhang bei der Abfahrt

Ausrüstung: Skitouren- und Lawinenausrüstung

Die Inntal-Autobahn A12 an der Ausfahrt Zirl-Ost 87 verlassen. Von dort weiter Richtung Kematen/Kühtai halten und über Sellrain bis nach Gries im Sellrain fahren. Dort links nach Praxmar abbiegen und weiter bis nach Praxmar fahren. Hier befindet sich am Ende der Straße der kostenpflichtige Wanderparkplatz.

Daten für das Navi: Praxmar 8, 6184 St. Sigmund im Sellrain, Österreich

3. Route, Einkehrmöglichkeit und Weblinks

Sellraintal: Das Sellraintal, ortsüblich Sellrain, ist ein Seitental des Inntals im Bezirk Innsbruck-Land im Bundesland Tirol, Österreich. Es wird von der Melach und dem in sie mündenden Zirmbach durchflossen.

Geschichte: Die Joche des Sellraintals wurden schon in vorgeschichtlicher Zeit als Übergänge genutzt. Am Riegelschrofen im Fotschertal wurden fast 10.000 Jahre alte steinzeitliche Geräte gefunden. Das Tal wurde 1271 als „Selrain“ erstmals erwähnt. Das Kloster Frauenchiemsee, das Stift Wilten und die Tiroler Landesfürsten legten Schwaighöfe an, die Vieh- und Milchwirtschaft betrieben. Die erste nachweisbare Dauersiedlung war das 1152/67 als Besitz des Klosters Ottobeuren als „Gihage“ urkundlich genannte Haggen (Gemeinde St. Sigmund).[1] Ihm folgten 1254 Marendebach (Gemeinde Gries) und Durregg (Gemeinde Sellrain). Zur Zeit Kaiser Maximilians war das Sellrain ein beliebtes Jagdgebiet, in dem Gämsen und Hirsche erlegt wurden. 1836 wurde der Lüsener Fernerkogel zum ersten Mal bestiegen, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte der Tourismus ein und es wurden Hütten und Wege errichtet.

Tourismus: Das Tal ist bis auf den Ort Kühtai touristisch nur mäßig erschlossen. Deshalb bewahrt es sich bis heute im Gegensatz zu den benachbarten Tälern (Ötztal, Pitztal, Stubaital) ein von der bergbäuerlichen Kultur geprägtes Natur- und Kulturlandschaftsbild. Landwirtschaft wird auch auf den steilen Hängen vorwiegend in Handarbeit betrieben.

Quelle Wikipedia

Keine Einkehrmöglichkeit auf der Tour.

Alpengasthof Praxmar direkt neben dem Parkplatz: Das Alpengasthaus Praxmar im Sellraintal ist ein gemütliches Haus, das sowohl Hotelzimmer als auch komfortable Ferienwohnungen bietet.

Ansonsten gibt es viele Einkehrmöglichkeiten auf dem Weg nach Praxmar und in Innsbruck.

Homepage des Alpengasthofes Praxmar.

Bergsteigerdörfer im Sellrain.

Homepage von Innsbruck und Umgebung.

4. Skitouren der Winkls zum Praxmarer Grieskogel

Tourpartner: 12 Mitglieder des DAV Straubing

Wetter: Sonne-Wolken-Mix, 2-5 Grad

Touren:

Samstag: Start in Praxmar – Grieskogel 2710 m (Sellrainer Berge / Stubaier Alpen)

Sonntag: Start in Lüsens – Winnebacher Weißkogel 3182 m (Stubaier Alpen)

Tourdatum: 16-17.03.2024

Die Skitouren um Innsbruck haben fast schon Tradition. Nicht zum ersten Mal waren Hans und ich als Tourenteilnehmer gemeldet. Insgesamt wollten 12 Alpenvereins Mitglieder inklusive Tourleiter Tom die Stubaier Alpen mit den Tourenski unsicher machen. Die Schneeverhältnisse sollten trotz notorischen Schneemangels in den Alpen weitgehend passend, da die geplanten Startpunkte der beiden Touren über 1500 m liegen. Der Alpenverein Straubing ist seit kurzem stolzer VW-Bus Besitzer, damit die Anreise in die Berge etwas umweltverträglicher und nachhaltiger gestaltet werden kann. Somit trafen wir uns am Pendlerparkplatz Aiterhofen, um mit zwei Fahrzeugen die Reise in die Stubaier Alpen anzutreten. Eine Stärkung gab es noch beim Bäcker Ruetz in Innsbruck, bevor wir den kostenpflichtigen Wanderparkplatz in Praxmar auf 1700 m erreichten. Schnell standen wir auf den Ski und unsere LVS Geräte konnten wir an der eigens dafür vorgesehenen Teststation auf Funktion überprüfen. Wir bogen nach rechts ab, um durch einen Zirbenwald aufzusteigen. Immer wieder überquerten wir eine Rodelpiste. Die Sonne begleitete uns und die Aussicht auf die schneebedeckten Gipfel war traumhaft. Auf 2100 m zweigt die Route zur Lampsenspitze ab, wir folgten aber dem Wegweiser „Grieskogel“. Rechterhand befindet sich ein großes Almkreuz. Die Hänge werden steiler bis wir in den Kessel „Praxmarer Kühgrübl“ gelangten. Leider wurde hier die Sicht erheblich schlechter und wir sahen nur schwer die Aufstiegsspur. Vor uns lag ein steiler Südhang, der nur mit vielen anstrengenden Spitzkehren zu bezwingen war. Wir hatten kaum noch Sicht und die meisten entschieden sich fürs Umkehren. Zu fünft erreichten wir eine flache Rampe, über die wir den Vorgipfel erreichten. Die letzten Meter zum leicht ausgesetzten Gipfel legten wir ohne Ski zurück. Leider gibt es kein Gipfelkreuz, aber pünktlich zum Gipfelsieg gaben die nebeligen Wolken die Aussicht auf die umliegenden Gipfel, wie Zischgeles und Lampsenspitze frei. Auf gleichem Weg, wie Aufstieg, fuhren wir ab und zum Schluss sausten wir über die Rodelpiste nach unten. Unser Hotel Bon Alpina in Igls, etwas oberhalb Innsbrucks, war perfekt zum Ausklingen des tollen Tages. Ich joggte noch ein paar Kilometer über die Hochebene von Igls und der Rest genoss Sauna und Pool, bevor wir zum Abendessen gingen.

Voller Tatendrang trafen wir uns zum Frühstück und fuhren zeitig nach Lüsens, wo um 8 Uhr die Hölle los war und wir nur schwer einen Parkplatz bekamen. Auch am heutigen Tag war der Wettergott sehr freundlich mit uns gestimmt. Zuerst hielten wir uns auf der Langlaufloipe bis zur Materialseilbahn, wo wir rechts ziemlich steil in vielen Spitzkehren bis zur Längentaleralm aufstiegen. Durch das Längental geht es flach bis unterhalb des Westfalenhauses. Von dort mussten wir steil bis zur Hütte aufsteigen. Die meisten erklärten das Westfalenhaus als ihren Gipfel auf 2273 m. Nur 5 unerschrockene Bergsteiger wollten das eigentliche Gipfelziel ins Auge fassen, wobei mir vorher schon klar war, dass ich den Gipfelgrat mit meinen bergsteigerischen Fähigkeiten nicht schaffen werde. Nach der Hütte ging es noch einmal eine steile Hangstufe in ein flaches Becken, das Ochsenkar, nach oben. Am Ende befindet sich ein weitere Steilstufe bis zum Winnebachjoch auf 2788 m. Hier hatte ich große Schwierigkeiten mit zwei Spitzkehren, die mich fast wieder zurück auf Los gebracht hätten. Vom Joch kämpften wir uns noch bis zum Weißkogelferner ca. 2950 m hoch, wo für mich, Steffi und Andi ebenfalls der Zeitpunkt feststand, umzukehren. Die weitere Besteigung des Gipfels trauten sich nur noch Hans und Tom teilweise mit Hilfe von Steigeisen zu. Für mich waren die letzten Höhenmeter zum Gipfel technisch nicht machbar und somit muss auch manchmal die Vernunft siegen, auch wenn es ungern ist. Die beiden „Jungen Wilden“ erreichten eine Stunde später den Gipfel, während wir auf der Aufstiegsroute zum Ausgangspunkt im Tal abfuhren. Nachdem alle wieder wohlbehalten zusammen waren, traten wir die lange Heimreise an…

Fazit: Auch in diesem Jahr machten die Skitouren um Innsbruck sehr viel Spaß. Tom hat wieder alles perfekt organisiert und sicher werden wir im nächsten Jahr erneut die Skitourenberge unsicher machen!

Gallerie:

5. Unterkünfte und Wanderführer

Hier findest du Unterkünfte im Hochköniggebiet und Umgebung:

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Aufstieg über die Rodelbahn

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6. Die perfekte Packliste für eine Skitour mit Lawinenausrüstung

Eine Skitour in den Alpen ist für mich immer ein Highlight und dazu ist eine Packliste für Ausrüstung sehr hilfreich. Da meine Anfahrt aus dem Bayerischen Wald immer mehr als 2 Stunden beträgt, sind die Skitourentage im Jahr leider gezählt. Deshalb ist es für mich immer sehr wichtig die passende Ausrüstung gepackt zu haben. Deshalb habe ich eine Packliste für Skitouren mit Lawinenausrüstung erstellt. Hier handelt es sich um Skitouren ohne Gletscherberührung und ohne Kletterstellen. Trotzdem kann ich jedem empfehlen einen Lawinenkurs z.B. beim Deutschen Alpenverein zu machen, damit man die Lawinenlage objektiv einschätzen kann. Auch sicheres Skifahren in jedem Gelände ist erforderlich. Es ist schwierig "die" richtige Ausrüstungsliste für Skitouren zu erstellen, da es auf viele Einflussfaktoren ankommt, wie Länge und Schwierigkeit der Tour, Wetter, Höhe und Jahreszeit. Empfehlen kann ich aber immer: Nimm so wenig wie möglich mit, aber so viel wie nötig. Damit auch ihr Freude auf Skitouren habt und nichts entscheidendes vergesst, habe ich eine Ausrüstungsliste bzw. Packliste für "Skitour mit Lawinenausrüstung" erstellt. Optional ist die Packliste mit Material für eine Hüttenübernachtung ergänzt.

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