Die Gosaukammumrundung mit dem Alpenverein Straubing
Der markante Gosaukamm mit seinen schroffen Felswänden, tiefen Scharten und beinahe dolomitenartigen Gipfeln bildete die beeindruckende Kulisse für unsere anspruchsvolle Trailrun-Runde. Gemeinsam mit Peter und Gabriela startete ich am Vorderen Gosausee und lief über den steilen Steiglweg hinauf zum 2.021 Meter hohen Steiglpass, bevor es über die Hofpürglhütte, das Stuhljoch und die Stuhlalm weiter rund um das Gebirgsmassiv ging. Anspruchsvolle, teilweise ausgesetzte Trails, steile Serpentinen und traumhafte Ausblicke auf Dachstein, Bischofsmütze und die Tauern machten die Tour zu einem echten Erlebnis. Nach knapp sechs Stunden, 22 Kilometern und rund 1.600 Höhenmetern erreichten wir wieder den Gosausee – müde, glücklich und voller Vorfreude auf die nächsten Trails.
Gipfel: keiner, aber höchster Punkt Steiglpass 2021 m
Ausgangspunkt: Parkplatz vorderer Gosausee
Einkehrmöglichkeit: Gasthof Gosausee, Hofpürglhütte, Stuhlalm, Sonnenalm
Gebiet: Dachsteingebirge / Tour: Trailrun
Höhenmeter ab Mooserbodenstausee: 1600 Hm / Kilometer: 22 km Gesamt
Aufstieg bis Steiglpass: 2 h
Abstieg: 3 1/2 h Tourdauer: 5 1/2 h
Schwierigkeit: schwer
Wanderführer: Rother Wanderführer Dachstein-Tauern Ost*
Ausrüstung: Wanderausrüstung, Getränke, Brotzeit*
Unterkunft-Tipp: Gasthof Gosausee
Samstag, 03. Oktober 2026 von Winklmeier Markus
Du bist hier: Wandern in Österreich
Tourdatum: 13.09.2026
Gipfel: höchster Punkt Steiglpass 2021 m / Tourpartner: Peter, Gabriela
Wetter: sonnig, 15-20 Grad
Der Gosaukamm gehört zu den markantesten Berggruppen im Dachsteingebirge und dominiert mit seiner wilden Silhouette die Landschaft rund um das Gosautal. Entlang des schroffen Felsgrats verläuft die Grenze zwischen Oberösterreich und Salzburg. Spitze Gipfel, steil aufragende Felswände und tief eingeschnittene Scharten verleihen dem Gebirgszug einen fast schon dolomitenartigen Charakter. Obwohl der Gosaukamm vergleichsweise kompakt ist, wirkt seine zerklüftete Bergwelt unglaublich mächtig und beeindruckend. Und genau diese Berggruppe wollten drei etwas verrückte Trailrunner an diesem Tag im Laufschritt umrunden.
Peter, unser Tourleiter, Gabriela und ich trafen uns früh am Pendlerparkplatz in Aiterhofen. Von dort ging es gemeinsam Richtung Gosau und bereits gegen 9 Uhr standen wir hochmotiviert am Parkplatz der Gosaukammbahn. Vor uns lagen rund 22 Kilometer, 1.600 Höhenmeter und jede Menge steinige Trails. Los ging es zunächst noch gemütlich am rechten Ufer des Vorderen Gosausees entlang. Der Blick über das klare Wasser hinüber zum Dachstein war bereits ein Vorgeschmack auf die grandiose Landschaft, die uns in den nächsten Stunden begleiten sollte. Doch mit dem entspannten Einlaufen war es schnell vorbei. Schon bald zweigten wir auf den Steiglweg ab, der sich steil durch den Bergwald nach oben zog. Meter um Meter gewannen wir an Höhe. Zwischen den Bäumen öffneten sich immer wieder fantastische Tiefblicke auf den Gosausee. Wir passierten eine kleine Hütte und eine Bergsteigergedenkkapelle, bevor der Wald langsam lichter wurde. Oberhalb der Baumgrenze änderte sich der Charakter der Tour schlagartig. Aus dem Waldweg wurde ein felsiger Bergtrail, und nun war volle Konzentration gefragt.
Nach knapp zwei Stunden und bereits rund 1.100 Höhenmetern standen wir schließlich auf dem 2.021 Meter hohen Steiglpass – dem höchsten Punkt unserer Runde. Was für ein Platz! Vor uns breitete sich ein gewaltiges Bergpanorama aus. Wir blickten auf das Dachsteinmassiv, die Niederen und Hohen Tauern und natürlich auf die unverwechselbare Bischofsmütze, die mit ihren 2.458 Metern eindrucksvoll aus der Bergwelt herausragt. Natürlich musste hier eine kleine Fotopause sein. Danach wartete bereits der nächste spannende Abschnitt. Auf einem teilweise ausgesetzten Steig ging es steil bergab in Richtung Hofpürglhütte. Hier war weniger Laufen und dafür umso mehr Trittsicherheit gefragt. An der Hütte legten wir eine kurze Pause ein, stärkten uns mit einem Riegel und genossen noch einmal die großartige Kulisse. Lange hielten wir uns allerdings nicht auf – schließlich lagen noch einige Kilometer Trailspaß vor uns.
Ab jetzt wurde es laufbarer. Wir kamen deutlich flotter voran und folgten den steinigen Pfaden in Richtung Stuhlalm. Immer wieder kämpfte sich die Sonne durch die Wolken und setzte die felsigen Gipfel des Gosaukamms perfekt in Szene. Der Trail war technisch, stellenweise ruppig und genau deshalb richtig genial zu laufen. Am Stuhljoch wurde es noch einmal spektakulär. In engen und teilweise steilen Serpentinen führte der Weg hinab. Hier war volle Konzentration angesagt – ein Fehltritt wäre keine gute Idee gewesen. Nach diesem anspruchsvollen Abschnitt tauchten wir in ein Latschengebiet ein und erreichten schließlich die Stuhlalm. Zeit für eine richtige Pause.
Suppe, Kuchen und ein kühles Getränk schmeckten nach den bisherigen Höhenmetern gleich doppelt so gut. Wir genossen die kurze Auszeit, doch lange stillsitzen konnten wir natürlich nicht. Schon bald standen wir wieder auf und machten uns zurück auf die Trails. An der Westseite des Großen Donnerkogels wartete noch einmal ein Anstieg auf uns. Die Beine waren inzwischen schon etwas schwerer, aber die Landschaft sorgte weiterhin für genügend Motivation. Danach ging es hinunter zur Gablonzer Hütte. Ein kurzes Stück führte über einen Forstweg, bevor wir noch einmal auf einen anspruchsvollen Trail wechselten.
Und dann begann der lange Abstieg zurück zum Vorderen Gosausee. Kurve um Kurve verloren wir an Höhe. Der See rückte immer näher, bis wir schließlich wieder unseren Ausgangspunkt erreichten. Nach knapp sechs Stunden, 22 Kilometern und rund 1.600 Höhenmetern war unsere Gosaukamm-Runde geschafft.
Und wie beendet man so eine Tour am besten? Natürlich mit einem kühlen Getränk und einem leckeren Eis am Kiosk direkt am Gosausee. Die Beine waren müde, aber die Stimmung bestens. Hinter uns lag eine grandiose Trailrunde durch eine der eindrucksvollsten Berglandschaften der Region.
Fazit: Eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Trailrun-Runde durch eine atemberaubende Bergwelt. Technische Trails, steile Anstiege, ausgesetzte Passagen und fantastische Ausblicke machen die Gosaukamm-Umrundung zu einem echten Erlebnis. Peter hatte die Tour perfekt ausgearbeitet, und wir drei hatten riesigen Spaß. Eines war spätestens beim letzten Eis klar: Das war ganz sicher nicht unser letzter gemeinsamer Trailrun.

